Jugendhaus Don Bosco: wie es anfing und was daraus wurde....

Der Verein "Kinderheim Penzberg e.V.“ hatte 1982 diesen Namen erkoren, um dem Lebensort "Kinderheim" einen Namen zu geben, der den Bewohnern Orientierung gibt, wissend, dass Erziehung ein Leitbild braucht und von Vorbildern lebt.

Giovanni Bosco, 1815 in Turin in ärmlichen Verhältnissen geboren, widmete sein Lebenswerk der Jugend. Er holte die Jugendlichen von der Straße, baute zusammen mit Ihnen Häuser und Unterkünfte und versuchte, ihnen eine menschliche und berufliche Perpektive zu geben.
"Damit wir immer an unsere Aufgaben gemahnt werden, haben wir unserem Jugendhaus einen Namen gegeben, der uns Verpflichtung ist, den Namen des hl. Don Bosco", schrieb der damalige Vorsitzende Herr Erich Pletz ins Grußwort der letzten Festschrift anläßlich des 60 - jährigen Vereinsjubiläums im Jahre 1986 .

1926

altes Heim altes Heim

wurde von der kath. Kirchengemeinde Penzberg in der Bahnhofstrasse ein Haus für ambulante Krankenpflege errichtet. Die dort eingesetzten "Niederbronner Schwestern" mussten sich zunehmend auch um Kinder erkrankter oder verstorbener Eltern kümmern, schon bald sorgten sie ausschließlich für die Kinder, während die Kranken der Stadt neu von "Nymphenburger Schwestern" betreut wurden. Die ersten 20 Jahre des Kinderheimes waren von großer Not, Armut und Entbehrungen gekennzeichnet, die Schwestern sammelten Kleidung und Lebensmittel, um den Lebensunterhalt absichern zu können. Weit über 20 Kinder bewohnten das kleine Haus, in den Jahren 1926 bis 1934 wurden von Oktober bis April noch 70 bis 80 Schulkinder mittags verköstigt.

1949

beschreibt die Chronik: "Der Mangel an technischen Geräten behinderte die Arbeit der Schwestern und beanspruchte großen Kräfteverbrauch. Unter der Last der Sorgen brach die Oberin zusammen. Ihr Ableben war für das Heim ein schmerzlicher Verlust."
Im Jahre 1964 stellt sich die Lage so dar: in räumlicher und sanitärer Hinsicht entsprach das Haus keinen Mindestanforderungen mehr. Mit 26 Kindern und 5 Schwestern war es hoffnungslos überbelegt. Im Keller existierte eine einzige Badewanne. Das Wasser hierzu musste in einem Waschkessel zubereitet werden, der zugleich als Heizung diente. Die Wäsche musste aus Platzmangel in den Schlafräumen getrocknet werden, nur in einem Zimmer war ein Waschbecken vorhanden, das für alle Kinder ausreichen musste. So beschlossen im Jahre

1965

das Ordinariat, der Trägerverein "Kathol. Jugendwerk e.V." und die beiden Penzberger Pfarrer, dass ein neues Kinderheim errichtet werden sollte und zwar in Penzberg - Steigenberg, an seinem heutigen Standort.1967 erfolgte der erste Spatenstich.

1969

war der Neubau so weit fertiggestellt, dass ein Umzug ins Auge gefasst und getätigt wurde. 60 Kindern sollte das neue Heim Platz bieten, hierfür entstanden 4 Wohngruppen mit je 15 Plätzen. Im selben Jahr noch verändert auch der Trägerverein seinen Namen und nennt sich ab 30.1.69 "Kinderheim Penzberg e.V.". Schon bald erwies sich auch das neue Heim als zu klein. Im Jahre 1975 wurde vom damaligen Stadtpfarrer und Vorsitzenden des Trägervereins Herrn Ludwig Obereisenbuchner ein Erweiterungsbau, der sogenannte "Lehrlingsbau" geplant und nach großen Mühen

1976

fertiggestellt. Der Neubau enthält eine zusätzliche Wohngruppe für männliche Jugendliche, eine Mitarbeiterwohnung, ferner im Untergeschoss ein Schwimmbad und einen Gymnastikraum mit reichhaltiger Ausstattung. Aber auch in den folgenden Jahren wurde viel verbessert, früh wurden aufwendige Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen notwendig. Dächer und Fenster waren undicht, die Wände durchfeuchtet. Im Jahre 1983 hatte auch die Küche eine Renovierung dringend nötig und erhielt eine moderne, leistungsfähige und hygienische Einrichtung.

1986

verfügt das Jugendhaus Don Bosco in Penzberg also über 4 Familienwohngruppen und eine Lehrlingswohngruppe, die von einem Sozialpädagogen und einem Erzieher betreut wurde. Die Familienwohngruppen wurden von Niederbronner Schwestern geleitet, denen zusätzlich eine Erzieherin und/ oder KinderpflegerIn zur Seite stand.Im Jahre 1986 wurde von der damaligen Oberin und Heimleiterin Sr. Fidelia Windpassinger und dem Verein der Bau eines Mehrzwecksportplatzes auf dem Gelände beschlossen. Bereits im Folgejahr 1987 konnte dieser eingeweiht werden und bot so den Kinder zusätzliche Sport- und Bewegungsmöglichkeiten. Im Jahr

1988

begann eine fachlich tiefgreifende Umstrukturierung des Jugendhauses. Bis dahin wurde das Haus als heilpädagogisch orientierte Einrichtung betrieben, jetzt wurde aufgrund steigender Anforderungen die Qualifizierung und fachliche Spezialisierung zum heilpädagogischen Heim angestrebt und bis 1990 konsequent in die Tat umgesetzt. Dies bedeutete eine Reduzierung der Plätze auf 7-9 Kinder/ Jugendliche pro Gruppe ( vormals 12 ). Ferner wurde das Erziehungs- und Fachdienstpersonal kräftig aufgestockt. Jetzt arbeiteten in jeder Gruppe 4 pädagogische Fachkräfte (Erzieher / Sozialpädagogen), ferner im Haus ein Diplompsychologe und eine Heilpädagogin, um die therapeutische Betreuung der Kinder und Ju­gendlichen zu gewährleisten.
Auch die Arbeit mit Eltern und Angehörigen wurde im Hinblick auf das angekündigte neue SGB VIII (KJHG) erheblich intensiviert, um eine zeitgemäße und flexible Jugendhilfe anzubieten. Fachliche Informations- und Diskussionsveranstaltungen mit Jugendamtsmitarbeitern fanden reges Interesse und markierten den fachlichen Aufwärtstrend, der überregional Beachtung und Anerkennung fand. Regelmäßige Elternabende und Veranstaltungen für und mit den Eltern kamen zu den Arbeitsformen hinzu.In dieser Zeit gab es unzählige Gespräche, Informationsreisen und Beratungsgespräche mit dem Ziel, die konzeptionelle Entwicklung des Jugendhauses voranzubringen. So wurden vom Trägerverein, allen voran vom Vorsitzenden Herrn Erich Pletz, unermüdlich Neuerungen und Verbesserungen auf den Weg gebracht und begleitet.

1990

wurde mit dem Bau einer Außenwohngruppe am Westend begonnen, zur selben Zeit eine Jugendwohngruppe für Jugendliche Mädchen aufgebaut und erstmals junge Erwachsene im Rahmen des Betreuten Einzelwohnens über das 18. Lebensjahr hinaus in die Selbständigkeit fachlich begleitet.
All diese neuen Gruppen- und Betreuungsformen stellen ein differenziertes und effizientes System der Jugendhilfe dar, das sich fortan in den übergeordneten Zielen Erziehung, Förderung und Verselbständigung der Anvertrauten hervorragend bewährt hat. Seit dem Jahr 1991 wurde die Heimleitung nicht mehr von der Oberin der Niederbronner Schwestern wahrgenommen, nach dem Ausscheiden zweier Schwestern aus den Familienwohngruppen mussten auch diese Bereiche mit weltlichem Personal fortgeführt werden. Im Jahr

1992

konnte das Jugendhaus Don Bosco aufgrund des neuen Kinder- und Jugendhilfegesetzes nach mehreren Anläufen eine Fachstelle für die Arbeit mit Eltern und Angehörigen schaffen. Im gleichen Jahr wurde unsere heilpädagogische Arbeit erweitert und fachlich vertieft. Zusätzlich zum heilpädagogischen Fachdienst im Haus können wir seit dieser Zeit heilpädagogisches Reiten für Kinder und Jugendliche anbieten. Unter der Anleitung einer dafür ausgebildeten Sozialpädagogin können die Kinder hier Ängste abbauen; Verkrampfungen und motorische Koordinationsstörungen, die vielfach Verhaltensschwierigkeiten und Leistungsstörungen mitbedingen, können gezielt behandelt werden und - das Ganze macht viel Freude!

1995

Im Jahr 1995 entsteht aufgrund des zunehmenden Bedarfes eine eigene neue sozialpädagogische Planstelle für die Nachbetreuung junger Erwachsener, das sogenannte Einzelbetreute Wohnen.

1998

Um die räumlichen Möglichkeiten der Jugendwohngruppe für Mädchen und der Fachdienste zu verbessern, wird der Flachbau am Nordwestende des Hauses ausgebaut. Hier entstehen neue und flexible Arbeitsräume für diverse Fach- und Funktionsdienste sowie Besprechungs- und Konferenzräume.Im Zuge der Flexibilisierung der Hilfen entwickelt das Jugendhaus Don Bosco ein Nachbetreuungskonzept und schafft dafür die Kapazität einer halben Sozialpädagogenstelle. Ziel dieser Arbeit ist es, Rückführungen von Kindern in Familien zu beschleunigen und zu verbessern.
Eine zeitlich flexible ambulante Nachbetreuung von bis zu einem Jahr soll die Risikoschwelle bei Rückführungen senken und die Familie in diesem Übergangsprozess stabilisieren. Eine speziell dafür ausgebildete sozialpädagogische Fachkraft führt diese Arbeit durch.

1999

Schwestern Schwestern und Heimleiter

Im Sommer 1999 werden die "Schwestern vom göttlichen Erlöser", auch kurz Niederbronner Schwestern genannt (Sr. Monika Klinger, Sr. Gabriele Fischer, Sr. Wolberta Wittl; Sr. Regula Hassler) aus Altersgründen vom Orden abgezogen. Weltliches Personal rückt im pädagogischen und hauswirtschaftlichen Bereich nach.

2000

Das Jugendhaus Don Bosco beantragt und erhält im hauswirtschaftlichen Bereich eine Ausbildungserlaubnis für Hauswirtschafterinnen und hauswirtschaftstechnische Helferinnen. Hier können sowohl externe Azubis als auch eigene Jugendliche ausgebildet werden, die aufgrund ihrer Schwierigkeiten besonders schwer in eine Ausbildung zu vermitteln sind. Der seit mehr als 5 Jahre geplante und überfällige Renovierung der Innenwohngruppe für jugendliche Mädchen kann beginnen und wird im selben Jahr abgeschlossen. Die sehr beengt lebende Gruppe erhält im Erdgeschoß neue Gemeinschaftsräume. Zudem entstehen Verselbständigungsplätze für innenbetreutes Wohnen.
Im Herbst entwickelt das Jugendhaus Don Bosco ein Konzept flexibler ambulanter Hilfen auf der Basis von Erziehungsbeistandschaften. Ein weiterer Schritt in der Differenzierung von Jugendhilfeleistungen soll damit getan werden , das Ziel vor Augen, dass eine möglichst individuell passende Hilfe für jeden Hilfefall bereitgestellt werden kann.

2001

Im Juli 2001 erhält Schwester Gabriele Fischer, stellvertretend für ihre Gemeinschaft, von der bayerischen Staatsregierung das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Anerkannt wird damit das langjährige engagierte Wirken im Jugendhaus Don Bosco.

2005

Durch die Umgestaltung der ehemaligen Schwesterwohnung in Besucherzimmer können Eltern sowohl an Wochenenden, als auch unter der Woche oder in Ferien bei uns mit ihren Kindern übernachten und an verschiedenen Programmen teilnehmen.

2006

Die Mitgliederversammlung des Trägervereins "Kinderheim Penzberg e.V." benennt den Verein um. Er heißt zukünftig "Kinder- und Jugendhilfe Penzberg e.V." und wird im Vereinsregister des Registergerichts am Amtsgericht München unter Geschäftsnummer:VR 80151 geführt. Mit der Umbenennung soll der Veränderung in der Jugendhilfelandschaft Rechnung getragen werden. Die Einrichtung bietet längst im Bereich von Elterntrainings, ambulanten sozialpädagogischen, heilpädagogischen oder psychologischen Hilfen einzeln und in Gruppen Leistungen an, die über den klassischen stationären Heimbetrieb hinausgehen.

2012

Durch eine größzügige Spende der Aktion Sternstunden e.V. können wir alle Kinderwohnguppen und die Elternwohnung neu mit hellen Naturholzmöbeln ausstatten.

2013

Der Trägerverein beschließt in seiner Mitgliederversammlung im September eine Satzungsänderung und Zugehörigkeit im kirchlichen Dienst

2015-16

Die Einrichtung erfährt eine umfangreiche energetische Sanierung und vereinbart eine neue Betriebserlaubnis, u.a. um die Fachkräfteanzahl in den Wohngruppen anzuheben.

2019

Der langjährige Leiter der Einrichtung Herr Ulrich Hechenrieder zieht sich zum Januar 2019 nach fast 30-jähriger Leitungstätigkeit von diesem Amt zurück. Zum Nachfolger bestellt der Vorstand des Trägervereines Herrn Dirk Tabellion als Einrichtungsleiter, der nunmehr diese ebenso schöne wie verantwortungsvolle Aufgabe übernimmt, um die Einrichtung mit neuen Ideen in die Zukunft zu führen.

Spenden

Konten:

Sparkasse Oberland
IBAN: DE31 70351030 0000 3035 86
BIC: BYLADEM1WHM

Hypo Vereinsbank
IBAN: DE 86 70025175 4260 1123 20
BIC: HYVEDEMM643

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